Freiwillige Feuerwehr

Wangelnstedt

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Wangelnstedt und seine Feuerwehr
 


Einstmals, in uralter Zeit, zogen Mönche mit ihren Mönchskarren durch die Lande, um ihren Glauben zu verkünden und somit Gläubige zu finden. So geschah es denn auch, dass ein Mönch, der sich "Johann Evangelist" nannte, auf eine kleine Siedlung von Menschen stiess, die wohl noch nicht gebietsmässig erfasst war. Diese Siedlung lag an einer Bachkehre in einem Tal zwischen den Höhenzügen des heutigen Elfas und des Ackerberges. Der Mönch hatte ganz in der Nähe dieser Siedlung eine Quelle entdeckt.

                                                                         


Heutiger Klusborn

Er beschloss, an dieser Quelle eine kleine Klause zu errichten. wo er dann wohnen und, wie es im "Corpus Bonorum von 1557" der Kirche zu Wangelnstedt geschrieben steht, er "predigen und die Sakramente administrieren" konnte. Er gab dieser Siedlung und der Klause seinen Namen "Evangeliste". Aus diesem Namen entwickelte sich dann im Laufe der Jahre in der plattdeutschen Sprache das Wort "Wangeliste" und weiterhin "Wangelste". Noch heute spricht man bei der Älteren noch plattdeutsch sprechenden Bevölkerung im Umkreis von "Wangelste". In dem "Fundationsbrief des Herzogs Heinrich dem Jüngeren zu Fürstenberge vom 24. August des Jahres 1557" über die Pfarre und Kirche von Wangelnstedt wird der Ort noch mit "Wangeliste" bezeichnet. Erst später, am 28. Mai 1746, taucht in einer Verfügung des Amtes Wickensen im Hochdeutschen das Wort "Wangelstedt" auf. Man hatte also aus "Wangeliste = Wangelstedt" gemacht. Um den Name zu verfeinern, nannte man den Ort in der Behördensprache "Wangelnstedt". Und so ist er bis zum heutigen Tage geblieben. Hiervon berichtet auch die Wangelnstedter Chronik, die geplant ist und in Kürze erscheinen soll.

                                                                                   


Wangelnstedt - Dorfansicht

Die Klause war von einem Klausner besetzt und wurde zudem "dann und wann von einem Mönch aus dem Kloster Amelungsborn versorget". Im Jahre 1602 starb der letzte Klausner, Curd Plato genannt. Die Klause wurde abgebrochen und das Holz und die Dachsteine zur Erbauung eines Wohnhauses für den Schulmeister zu Wangelnstedt verbraucht. Damals, als der Mönch die Klause baute, gab es noch keine Feuerwehr in "Wangeliste". Jeder musste sein Feuer selbst "hüten und bewachen". Erst später fertigte man zur Feuerbekämpfung Holzeimer und Handspritzen an, die zum Teil in der Kirche aufbewahrt wurden. Im Geräteverzeichnis der Kirche von Wangelnstedt aus dem Jahre 1750 sind unter anderem "sechs hölzerne Handspritzen, davon die eine etwas schadhaft" als Inventar angegeben. Im Falle eines Brandes war jeder Mann verpflichtet, sich mit Eimer oder sonstigem Gefäss an der Bekämpfung des Feuers zu beteiligen. In den meisten Fällen brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern nieder. Aufgrund der schlechten Wasserversorgung hatte man Last, die Ausbreitung des Feuers auf angrenzende Gebäude zu verhindern. Die Beteiligung der männlichen Einwohner an der Bekämpfung des Feuers war nicht immer zahlreich und der Ortsvorsteher hatte mitunter Mühe, alle Männer an die Brandstelle zu bekommen. 

Und so wird nun noch folgende Begebenheit aus dem Jahre 1874 von den älteren Leuten in Wangelnstedt nacherzählt:

In der Nähe der alten Kirche zu Wangelnstedt, die 1608 gebaut und 1907 abgerissen und durch eine neue ersetzt wurde, stand ein altes, kleines, gemeindeeigenes Haus, das man die "Sintirei" nannte. Man hatte es Obdachlosen oder auch dem "durchziehen Volk", den Sintis, zur Übernachtung freigegeben. So geschah es, da eines Abends im September des Jahres 1874 ein Feuer in diesem Hause ausbrach. Schon läutete die Glocke vom Kirchturm Sturm und laut rief man: "Die Sintirei brennt!" Zur gleichen Zeit sassen die alten Bauern Schomburg, Holzkamp und Wegener beim Kartenspiel zusammen. Man spielte um 1/10 Pfennig. Der alte Schomburg hatte gerade einen Grand mit Vieren auf der Hand und man wollte die Karten hinwerfen, um an die Brandstelle zu eilen. Da rief er seinen Mitspielern zu: "Luie, dauet meck oanen Gefallen un spielet düt Spiel te Enne, mein Spiel is mehr wert as de ganze Sintirei!" (Für Leser, die kein Plattdeutsch verstehen: "Leute, tut mir einen Gefallen und spielt dieses Spiel zu Ende, mein Spiel ist mehr Wert als die ganze Sintirei!) Und das Spiel wurde zu Ende gespielt. Der alte Vorsteher Heinemeyer, der wieder einmal auf seine Mannen warten musste, hatte Wind von dieser Sache bekommen und fasste den Entschluss, eine Feuerwehr zu gründen. So gab er dann dem Landwirt Hermann Sander den Auftrag, eine Feuerwehr aufzustellen. Das war am 10. Oktober 1874, dem eigentlichen Gründungstag der Feuerwehr Wangelnstedt. Hermann Sander hatte anfänglich Schwierigkeiten, seinen Auftrag zu erfüllen, denn erst am 15. Februar des gleichen Jahres war der Männer-Gesangverein in Wangelnstedt ins Leben gerufen worden, dem 40 Männer angehörten, so dass für die Feuerwehr keine grosse Begeisterung vorhanden war. So gehörten dann zu den ersten Mitgliedern als Gründer folgende Männer:

Hermann Sander
Friedrich Sander 
Christian Müller 
August Huchthausen 
Heinrich Förstemann 
Friedrich Henniges

Diese Gruppe trug die Bezeichnung "Sektion", der dann im Laufe der nächsten Monate aufgrund steigender Mitgliederzahlen noch weitere drei folgten. Die Führung dieser "Sektionen" übernahm der Landwirt Hermann Sander, der hier als Feuerwehrhauptmann fungierte und später den inzwischen gebildeten 13. Feuerlöschbezirk, umfassend die Orte Wangelnstedt, Lenne, Linnenkamp, Emmerborn und Denkiehausen, als Bezirkshauptmann der Feuerwehr befehligte.

Die Wehr war inzwischen 34 Mann stark geworden und erhielt 1875 eine "fahrbare 4-rädrige Handfeuerlöschspritze". Diese hat ihren Dienst bei Übungen und in den Ernstfällen treu und brav bis 1938 getan. Dann wurde sie durch die Übernahme einer tragbaren Motorspritze abgelöst.

Das Feuerlöschwesen wurde durch das "Gesetz das Feuerhilfswesen betreffend" vom 2. April 1874 auch von kommunaler Seite gefördert, und so erhielt man auch die ersten Uniformröcke sowie Helme und andere Ausrüstungsgegenstände. Man hatte einen Dienstplan auf gestellt, in dem die regelmässigen Übungen verzeichnet waren. Und nach diesem Plan wurde verfahren. Die Wehr entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer straff geführten einsatzbereiten Organisation, die aus dem dörflichen Leben nicht mehr wegzudenken war. Nicht nur im dienstlichen Bereich war die Wehr auf der Höhe, auch im ausserdienstlichen war sie einsatzfreudig. So verzeichnen denn auch die Protokolle manches Fest, Tanzvergnügen oder auch Kartoffelbraten mit dem abschliessenden Beweis, dass auch in solchen Situationen die Feuerwehr "immer auf Zack" war.

Da steht z.B. unter dem Top 4 Verschiedenes Abs. 2 einer Jahreshauptversammlung folgende Bemerkung:
Der Herr Ortsbrandmeister hatte für jeden Anwesenden 1/2 Pfund Gehacktes mit Brötchen und 1 Flasche Bier besorgt. Mit herzlichen Worten, viel Durst und leerem Magen wurde um 21.00 Uhr die Versammlung geschlossen. Nur der Herr Ortsbrandmeister, der das ganze Essen und Trinken organisiert hatte, bekam als Dank dafür nichts ab, und musste von den Almosen seiner Kameraden leben. Er hatte beim Abzählen der Teilnehmer sich selbst nicht mitgezählt. Ein Zeichen, wie sparsam und gewissenhaft die Feuerwehr damals wirtschaftete!

Die Jahre vergingen mit Übungen und Zusammenkünften. Es wurde ein Spritzenhaus mit einem Schlauchturm gebaut. Da brach der 1. Weltkrieg aus und viele Männer der bis auf ca. 70 Mitglieder angewachsenen Feuerwehr muten ins Feld einrücken. Während des Krieges ruhte der allgemeine Dienstplan. Nur die nicht eingezogenen Mitglieder übten die Feuerbereitschaft aus.

Nach dem Krieg wurde der Dienst wieder aufgenommen. Man musste eine traurige Bilanz feststellen. Von den ins Feld eingerückten Feuerwehrleuten waren 16 Kameraden gefallen, verstorben oder vermisst. Es galt, die Wehr wieder aufzubauen und zu festigen. Hier ist besonders der damalige Ortsbrandmeister Fritz Lange zu nennen, der gemeinsam mit seinem Bezirkshauptmann Hermann Sander viel Arbeit für die Feuerwehr geleistet hat. Der Mitgliederbestand war am 1. Juli 1925: 35 Feuerwehrmänner und 34 Angehörige der Ordnungsschaft.

Infolge der schlechten Wirtschaftslage (Inflation, Arbeitslosigkeit usw.) wurde auch bei der Feuerwehr "auf der Stelle getreten". Man verzeichnete folgende Bestände am o.a. Datum:

1 vierrädrige Handdruckspritze 
120 m Druckschläuche 52 mm roh 
4 m Druckschläuche 52 mm gummiert 
1 Anstelleiter 
2 Dachleitern 
1 Alarmborn (Hornist war seinerzeit Albert Förstemann)

Erst 1938 wurde der Wehr die bereits erwähnte Motorspritze übergeben.

Der 2. Weltkrieg brach aus und wieder hiess es "Stillstand bei der Feuerwehr".

Nach dem Ende des Krieges, in dem auch dieses Mal wieder Feuerwehrleute ihr Leben lassen mussten, wurden durch "Anweisung" des damaligen Gemeindedirektors Coors am 2.2.1946 aus dem Dorf 14 Männer für den Dienst in der Feuerwehr bestellt, wo sie sich nach einer Zeit der "Eingewöhnung" bis auf den heutigen Tag noch wohl fühlen.

                                                                                   

Die heutige Senioren-Gruppe der Wehr

Es begann die Zeit der "Wachdienste bei Nacht", um sich vor nächtlichen "Raubzügen" ehemaliger Kriegsgefangener zu schützen. Das gehörte schliesslich zum allgemeinen Dienst der Freiwilligen Feuerwehr. Weiterhin wurden Wettkämpfe unter den einzelnen Wehren (oder auch Gruppen in der Wehr) ausgetragen, so dass man von einem Aufschwung im Feuerlöschwesen sprach.

                                                                                    

Wettkampfgruppe mit offenem TSA und Unimog als Zugfahrzeug.

So hat dann die Wehr, die inzwischen in zwei aktive Gruppen eingeteilt war, an vielen Wettkämpfen des Unterbezirks mit Erfolg teilgenommen. Die Älteste Urkunde hierüber ist von dem Gruppenwettkampf am 10.07.1949 in Grünenplan, an dem die 1. Gruppe unter der Führung von Otto Paul mit den Feuerwehrkameraden

Wilhelm Lohmann als Maschinist
Reinhold Huchthausen I 
Willi Wegener I 
Willi Wegener II 
Hermann Heinemeyer 
Hermann Schinke 
Willi Brandt

sowie den Ersatzmännern

Friedel Ahrens 
Heinrich Höltje 
Hermann Pinkepank 

mit Auszeichnung teilnahm. Die 2. Gruppe bestand aus

Walter Henke als Gruppenführer 
Günther Heinemeyer 
Günther Holzkamp 
Gerhard Sander 
Albert Wegener 
Robert Ahlbrecht 
Reinhold Huchthausen II 
Karl Schomburg 

und den Ersatzmännern

Heini Presuhn 
Wilhelm Reese 
Hermann Munke.

                                                                              


Die erste Wettkampfgruppe nach dem 2. Weltkrieg 1948/1949
obere Reihe von links: G. Holzkamp, O. Paul, W. Lohmann, W. Brandt, H. Schinke, F. Ahrens, G. Nolte, O.Wichmann, W. Oetzmann.
untere Reihe von links: G. Heinemeyer, W. Wegener (Stellmacher), H. Heinemeyer, W. Wegener (Landwirt)


Diese Gruppen wurden bei den Wettkämpfen verschiedentlich einzeln oder auch gemeinsam eingesetzt. Es stand ihnen eine Motorspritze TS 8 zur Verfügung, die 1938 von der Gemeinde angeschafft und aufgrund ihres Alters nicht immer hundertprozentig einsatzfähig war. Sie wurde 1959 ersetzt. Am 21.10.1972 wurde der TSA (Tragkraftspritzenanhänger) durch ein TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug) abgelöst.

Ortsbrandmeister Gustav Nolte, der seit Kriegsende dieses Amt innehatte, wurde auf eigenen Wunsch am 6.2.1954 von dem Brandmeister Hermann Heinemeyer abgelöst. Dieser, jung und voller Schwung, führte die Wehr in ernsten wie auch in heiteren Situationen bis zum 31.3.1962. Während seiner Amtszeit feierte man ausser den allgemein jährlich stattfindenden Bällen auch am 29. und 30. Juli 1962 nachträglich das 85-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr in Form eines Zeltfestes. Es wurde zu einer eindrucksvollen Demonstration der guten Kameradschaftlichkeit innerhalb der Wehr und ist vielen noch in guter Erinnerung geblieben.

                                                                                                      

 Mitglieder der Wehr in ihren neuen Uniformen - Aufnahme: 1958 / 1959.

Festveranstaltungen von anderen Feuerwehren wurden, wenn es terminlich möglich war, zahlreich besucht, um auch hier die Kameradschaft zu fördern. Ab 1.4.1962 übernahm Gustav Dörries das Amt des Ortsbrandmeisters, der sich ebenfalls sehr für den Fortbestand und die Weiterbildung innerhalb der Wehr einsetzte. Auch unter seiner Regie wurde am 15. und 16. Mai 1965 ein Zeltfest mit Bravour gefeiert.

Doch nicht nur Feste feiern konnte die Feuerwehr in Wangelnstedt. Sie musste des öfteren ihr Können im Ernstfall bei Bränden, und das zum Teil auch großen, beweisen. Die einzelnen Einsätze hier aufzuführen, würde zu umfangreich werden. Selbst zum Schneeräumen im Winter 1962/63 wurde sie herangezogen, um liegen gebliebene Fahrzeuge freizuschaufeln. Der Dank der Fahrzeugbesitzer lässt noch heute bis auf einen auf sich warten.

Die Feuerwehr war und ist für Wangelnstedt, so wie auch in anderen Orten, eben "ein Mädchen für alles"!

Anlässlich des 100 jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Wangelnstedt sah man von der Gestaltung eines Zeltfestes ab und beschloss, eine große Geräteschau unter Mitwirkung einiger Wehren aus dem Kreisgebiet mit einem abschließenden Festakt auf dem Munkeschen Saale durchzuführen. Dieses geschah am 5. und 6. Juli 1975. Die Durchführung dieser Darbietungen oblag dem damaligen jungen stellvertretenden Brandmeister Wolfgang Daumann, dem es hervorragend gelang, den gerade zur Kur weilenden Ortsbrandmeister Gustav Dörries zu vertreten.

Am 4. Februar 1978 übergab Gustav Dörries aus gesundheitlichen Gründen sein Amt an seinen Stellvertreter Wolfgang Daumann, der die Geschicke der Wehr in sicheren Händen hielt.

                                                                                       

Brandmeister aus 3 Generationen von links nach rechts:

W. Daumann, H. Heinemeyer, G. Dörries Aufnahme 1983


Ihm zur Seite stand 1983 ein Ortskommando mit:

Dieter Kreikenbohm als stellv. Ortsbrandmeister 
Reinhard Kreikenbohm als Schriftführer 
Udo Goebel als Kassierer 
Dirk Haasper als Sicherheitsbeauftragter 
Ingo Schaumann als Gerätewart.

Ihnen sowie weiteren 6 Mitgliedern des Festausschusses oblag die Aufgabe, das Fest 1983 zu gestalten und zu einem Erfolg werden zu lassen. Er hat auch mit einem aktiven Ortskommando und erfahrenem Festausschuss das Zeltfest zum 110 - jährigen Bestehen organisiert und gestaltet. Dieses Fest - es wurde in einer ausführlichen Diaserie dokumentiert - hat über drei Tage (08. bis l0. Juli 1983) nicht nur die Örtliche Bevölkerung, sondern auch benachbarte und befreundete Wehren in Stimmung und Geselligkeit vereint. Mit einer "Festnachlese", zu der alle Bürger in den Gemeinschaftsraum in der alten Schule eingeladen waren, wurde der Erfolg des Zeltfestes gefeiert. 

Wie die Feuerwehr den Wandel und die Anpassung an die Erfordernisse des technischen Fortschrittes bewältigt, kann am Ablauf von Ereignissen im Laufe der Jahre nachvollzogen werden. Große Schadensfeuer, Stall- oder Wohnhausbrände hat es glücklicherweise in den letzten Jahren nicht gegeben. Einige Schornstein- und Rundballenstrohbrände in der Feldmark erforderten zwar den feuerwehrtechnischen Einsatz, aber es kamen auch Einsätze im verkehrstechnischen Bereich hinzu, vom Fahrzeugbrand bis zum Ölschaden, der in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Stadtoldendorf mit Ölbindemitteln bekämpft wurde. Wiederholt waren Verkehrsunfälle Grund für Hilfeleistung. Besonders tragisch war es für die Wehr, als ein Kamerad aus der jungen Gruppe bei einem Unfall in seinem Fahrzeug schwer verletzt eingeklemmt war und mit der Rettungsschere geborgen werden musste. Er nimmt heute als Rollstuhlfahrer am Geschehen in der Feuerwehr teil und leistet seinen Beitrag zum Beispiel in der Mitgestaltung dieser Festzeitschrift.

                                                                                              

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Wangelnstedt 2002

Ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Wangelnstedt war das Zeltfest anlässlich des 120-jährigen Bestehens der Wehr vom 07. bis zum 09.07.1995. Auch dieses Fest wurde unter der bewährten Führung von Brandmeister Wolfgang Daumann und seinen Mannen zu einem vollen Erfolg. Lediglich bei der Bestellung des Wetters wurde ein wenig übertrieben, war es doch an diesen Tagen sehr heiß. Es war aber auch, wie wir uns erinnern, ein heißes Fest. 

Nach dem unser Kamerad Wolfgang Daumann 21 Jahre seinen Dienst im Kommando und davon 18 Jahre als Brandmeister der Wehr versehen hatte, wurde er zu höheren Aufgaben als Samtgemeindebrandmeister berufen. In diesem Amt ist er bis zum heutigen Tage nicht nur zum Wohle der Wangelnstedter Wehr, sondern für das gesamte Feuerwehrwesen der Samtgemeinde Stadtoldendorf tätig. Damit waren aber auch gravierende Änderungen im Ortskommando notwendig. Der Kamerad Dietmar Siebung übernahm 1996 als Brandmeister die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Wangelnstedt. Olaf Nolte wurde zu seinem Stellvertreter und Axel Heinemeyer zum Kassierer gewählt. Bereits einige Jahre zuvor hatte der Kamerad Ekkehard Lohmann das Amt des Schriftführers übernommen und so stand nun ein junges und voller Tatendrang steckendes Kommando zur Verfügung. 

Gerade der neue ehrgeizige Brandmeister verstand und versteht es immer wieder, seine Feuerwehrleute zu den bevorstehenden Aufgaben anzuspornen. Eine solche Aufgabe stand in Form der Herrichtung eines neuen Schulungsraumes in der ehemaligen Schule in Wangelnstedt bevor. Im Jahre 1997 wurde damit begonnen und es entstand mit den öffentlichen Mitteln, den Spenden der Sponsoren und durch den umfangreichen Arbeiteinsatz der Feuerwehrkameraden in Eigenleistung ein neuer großzügiger Schulungsraum, der neben Damen-Toilette, Theke und Eingangsbereich höchsten Ansprüchen gerecht wird. Hier finden nicht nur die Dienstabende und Unterrichts-Einheiten statt; hier trifft sich die seit 1999 bestehende Senioren-Gruppe der Wehr, hier finden nunmehr die Jahreshauptversammlungen und das alljährliche Kartoffel-Braten statt und auch alle anderen Feuerwehrbedingten Anlässe finden hier einen würdigen Rahmen. 

                                                                                      

Seit 1997 haben auch weibliche Kameraden den aktiven Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr Wangelnstedt angetreten und spielen seitdem eine tragende Rolle in unserer Gemeinschaft.

Doch auch schmerzliche Erfahrungen musste die Wehr mit Ihrem jungen Kommando erfahren. Kamerad Ekkehard Lohmann verstarb viel zu früh am 19.12.1997 im Alter von nur 40 Jahren. Er sei hier stellvertretend für alle Kameraden genannt, die zum Wohle der Allgemeinheit treu und pflichtbewusst Ihren Dienst geleistet haben und von uns gegangen sind. Ihnen wollen wir ein ehrendes Andenken bewahren. 

Den Posten des Schriftführers bekleidet nach einiger Suche seitdem der Kamerad Hans Heine, der über viel Erfahrung im Feuerwehrwesen verfügt.

                                                                                          


Das heutige Ortskommando von links nach rechts: Brandmeister Dietmar Siebung, Sicherheitsbeauftragter Wilfried Hunold, Schriftführer Hans Heine, Stellv. Brandmeister Olaf Nolte, Atemschutzgerätewart Jens Olbrich, Kassierer Axel Heinemeyer, Gerätwart Henning Höltje.

Durch Lehrgänge und Schulungen wird der Ausbildungsstand der Aktiven immer erweitert. Junge Leute finden Interesse an der Arbeit und stellen sich der Verpflichtung der Gemeinschaft gerne dem Motto:


                                                    Löschen, Bergen


                                    
Retten, Helfen

(siehe alte Festzeitschrift diese Stelle mit dem viergeteilten Feuerwehrwappen) 
Eine weitere technische Neuerung in der Feuerwehr stellen die seit einigen Jahren vorhandenen zwei Atemschutzgeräte dar. Als bereits 1993 ein kleinerer Wohnungsbrand im Ort bekämpft werden musste, wurde die Wichtigkeit dieser Geräte sichtbar. Begeben sich doch die Einsatzkräfte beim Vorrücken in ein brennendes Gebäude nicht nur durch das Feuer und herabfallende Gegenstände in Gefahr, sondern vor allem durch die giftigen Gase und Dämpfe, kann man sich vor diesen nun wirksam schützen. Für den Umgang mit den Geräten haben einige Kameraden einen Lehrgang besucht und der Kamerad Jens Olbrich Übernahm den neuen Kommando-Posten des Atemschutzgerätewartes. Auch diese Ausbildung wird durch ständiges üben und eines alljährlichen Leistungsnachweises vertieft und erweitert.


                                                                                       


Die heutigen Mitglieder der Wettkampfgruppe.


                                                                                       


Das vorangegangene Bild zeigt die vielen Pokale, die als Preise bei so genannten "Freien Wettkämpfen" errungen wurden.

Diese, eigentlich sportlichen, Wettkämpfe werden von verschiedenen Wehren im Landkreis, wie auch von der Wangelnstedter Wehr, in gewissen Abständen organisiert. Sie fordern von den teilnehmenden Gruppen einiges an Übungsarbeit, Ehrgeiz und persönlichem Einsatz. Die Förderung der Kameradschaft, aber auch das Training mit dem Gerät stehen hierbei im Vordergrund. Über die zahlreichen Erfolge freut sich der ganze Ort mit der aktiven Gruppe. Ein geselliger Abschluss eines solchen Tages findet nicht selten im neuen Feuerwehrheim statt. 

An den offiziellen Leistungswettbewerben auf Samtgemeinde- und eventuell Kreisebene muss jährlich ebenfalls teilgenommen werden.

                                                                                       


Das derzeitige Feuerwehrfahrzeug (TSF) der Freiwilligen Feuerwehr Wangelnstedt von 1972

                                                                                       

Die aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Wangelnstedt 2002

Im Übrigen ist die Freiwillige Feuerwehr Wangelnstedt mit ihren nunmehr über einhundert Mitgliedern in das kulturelle Leben der dörflichen Gemeinschaft eingebunden und wirkt mit wo immer es geht; ob es das Osterfeuer, herbstliches Kartoffelbraten, winterliche Hüttenwanderung oder andere Anlässe sind. 

Hier endet nun die einst von Wilhelm Lohmann begonnene Chronik. Wir wünschen der Freiwilligen Feuerwehr Wangelnstedt unter der Führung von Dietmar Siebung viel Glück und Erfolg für die Zukunft. Allen Feuerwehrkameradinnen und Kameraden sowie unseren Gästen wünschen wir viel Spaß und Vergnügen bei der Jubiläumsveranstaltung.

Vor allem aber wünschen wir der Wehr möglichst wenige und gefahrlose Einsätze in der Zukunft. Wer im aktiven Dienst der Feuerwehr steht um das Hab und Gut der Allgemeinheit zu schützen, muss stets mit einem Ernstfall und den daraus erwachsenden Gefahren rechnen und dann besonnen und richtig handeln. Daher denke stets ein jeder daran:

Feuer ist Nutz und Gefahr jeder Zeit,
drum Wehrmann halt Dich immer bereit.

 

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Letzte Aktualisierung am: 07.Oktober 2012

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